Vögel

Kanadagans im Flug (Foto: Reiner Jacobs)

Kanadagans (Branta canadensis):

Die aus Nordamerika eingeführte Kanadagans ist seit den 1970er Jahren ein Brutvogel an allen Gewässertypen in Deutschland. Sie brütet ab Ende März bis in den Mai und legt dann gewöhnlich zwischen fünf und sechs cremeweiße Eier in ein Nest, wobei es sich  häufig um nicht mehr als eine flache Erdmulde handelt, die mit wenigen Pflanzenteilen gegen die Umgebung abgegrenzt wird. Sie ist oft an Wiesen in Flussnähe zu sehen. Solche Wiesen stellen auch im Winter eine wichtige Nahrungsquelle dar. Die Kanadagans ernährt sich von Gräsern, Sumpf- und Wasserpflanzen, die sie auch unter Wasser abweidet. Die Kanadagans ist etwas größer als die Graugans und ruft häufig laut, zweisilbig nasal „or-LÜT“. Man erkennt sie an ihrem langen schwarzen Hals, der hellen Brust und dem weißen Kopffeld. 

Tafelente (Aythya ferina):

Auf flachen, nährstoffreichen Seen sieht man die Tafelente meist in Trupps, in denen die Männchen mit den kastanienbraunen Köpfen oft überwiegen. Im Winter kann man sie gut auf den Stauseen im Einzugsbereich der Wupper beobachten. Zur Nahrungsaufnahme tauchen Tafelenten und nehmen pflanzliche oder tierische Nahrung wie Insekten, Krebstiere oder kleine Fische zu sich. Das Nest wird – normalerweise vom Weibchen – entweder unmittelbar am Wasser in der Ufervegetation errichtet oder findet sich gut versteckt auf Inseln im Brutgewässer. 

Tafelenten Pärchen (Foto: Reiner Jacobs)

Reiherente (Aythya fuligula):

Die Reiherente ist in der Wahl des Brutplatzes wenig anspruchsvoll. Sie erbaut ihr Nest in schilfreichen Gräben oder nährstoffreichen Stillgewässern. Ein Gelege besteht in der Regel aus fünf bis zwölf graugrünen Eiern. Nur das Weibchen brütet und beginnt mit der Brut, sobald das letzte Ei gelegt ist. Verlässt das Weibchen das Gelege, deckt es die Eier vorher mit Daunen ab. Nach drei bis vier Wochen schlüpfen dann die Küken, die nach etwa 45 bis 50 Tagen flügge sind. Wie die Tafelente überwintert die Reiherente auf eisfreien Gewässern aller Art, so dass wir sie gut auf den Stauseen im Bergischen Land, meist in dichten Trupps, beobachten können. Man erkennt sie an dem Federschopf am Hinterkopf.

Kormoran trocknet sein Gefieder (Foto: Reiner Jacobs)

Kormoran (Phalacrocorax carbo):

Der Kormoran kam erst ab Mitte des 20. Jahrhundert ins Bergische Land, anfangs nur als Wintergast aus dem Nordseeraum. Heute gibt es im Bergischen mehrere Brutkolonien dieses hervorragenden Unterwasserjägers. Man sieht den überwiegend schwarzen Vogel mit dem charakteristischen Hakenschnabel oft mit ausgebreiteten Flügeln in Bäumen am Ufer sitzen, um sich nach seinen bis zu einer Minute andauernden Tauchgängen von Wind und Sonne trocknen zu lassen. 

Graureiher (Foto:Reiner Jacobs)

Graureiher (Ardea cinerea):

Unser häufigster Reiher, auch als Fischreiher bekannt, brütet in der Regel in alten Bäumen in Nestern aus Zweigen. Eindrucksvoll ist, dass diese Vögel immer in Kolonien - also zusammen mit vielen anderen Artgenossen – brüten. Dort geht es oft sehr lebhaft zu, weil ein ständiger Streit um das Nistmaterial herrscht. Kommt ein „Eierdieb“, wie z.B. eine Krähe, verhalten sich die Vögel aber solidarisch und beschützen gemeinsam auch die unbewachten Eier ihrer Nachbarn. Man sieht Graureiher oft lange ruhig stehend auf Beute lauern, die an Gewässern aus Amphibien und Fischen und auf Wiesen aus Mäusen besteht. Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein Graureiher sich den ein oder andern auffällig leuchtenden Goldfisch aus einem Gartenteich stiehlt. Aufgrund seiner Größe kann man den Graureiher auch im Flug leicht erkennen. Im Gegensatz zu Störchen fliegt er mit s-förmig angelegtem Hals. 

Schwarzstorch (Foto: Reiner Jacobs)

Schwarzstorch (Ciconia nigra):

Schwarze Vögel haben es nicht leicht bei den Menschen! Im Mittelalter und der frühen Neuzeit galt der Schwarzstorch als „böser Bruder“ des Weißstorches, der ein positives Image hatte. Die Verfolgung in der Neuzeit bewirkten, dass der Schwarzstorch seit etwa 1870 in Nordrhein-Westfalen komplett verschwunden war und damit im Bergischen Land als ausgestorben galt. Dennoch ist er etwa ab Mitte der 1980er Jahre zu uns zurückgekehrt. Er brütet in einem imposanten Nest auf Bäumen in ruhigen größeren Waldgebieten. Zur Nahrungssuche braucht er ein ausreichendes Angebot an ruhigen Bachtälern, mit einem abwechslungsreichen Netz an naturnahen Quellbächen, Feuchtwiesen und Supmfwaldbereichen. Seine vielfältige Nahrung besteht aus kleinen Fischen, Amphibien und Wirbellosen, zur Ergänzung aber auch aus pflanzlicher Kost. Als Zugvogel verbringt er den Winter in Afrika.

Rotmilan im Flug (Foto: Reiner Jacobs)

Rotmilan (Milvus milvus):

Mit einer Spannweite von bis zu 170 cm ist dieser elegante Greifvogel etwas größer als der häufige Mäusebussard und mit seinem tief gegabelten Schwanz gut von allen anderen zu unterscheiden. Etwa die Hälfte aller weltweit vorkommenden Rotmilane brütet in Deutschland, was ihn zum „heimlichen Wappenvogel“ Deutschlands macht, nachdem man den Steinadler in die entlegenen Gebirgsregionen zurückgedrängt hat. Als Aasfresser und Nahrungsgeneralist besitzt er ein breites Beutespektrum und jagt in geringer Höhe über Grünland und abgeernteten Feldern. Er profitiert insbesondere von Wiesen, wo Kleinsäuger häufig sind. Nach der Wiesenmahd ist der Rotmilan häufig rasch zur Stelle, um Tiere, die dem Mähwerk zum Opfer fielen, zu verwerten. Bereits ab Februar kommt er aus dem Überwinterungsgebiet (meist Spanien) zurück und besetzt im März sein Brutrevier.

 

Eisvogel mit Libelle (Foto: Reiner Jacobs)

Eisvogel (Alcedo atthis):

Der Eisvogel brütet in selbstgegrabenen Röhren in Steilufern oder auch in Wurzeltellern umgestürzter Bäume an Bächen und Flüssen. Eine natürliche Eigendynamik der Fließgewässer mit Prall- und Gleithängen ist wichtig für die Entstehung neuer Steilufer, die dann besiedelt werden können. Wichtig ist auch, dass die Gewässer viele Kleinfische und Sitzwarten aufweisen. Als sogenannter Stoßtaucher jagt er von diesen Sitzwarten oder aus dem Rüttelflug, indem er ins Wasser schießt und nach Beutetieren taucht. Zur Nahrung gehören neben Fischen auch Wasserinsekten und deren Larven, Kaulquappen und Kleinkrebse. Trägt der Eisvogel einen Fisch mit dem Kopf voran im Schnabel, kann man davon ausgehen, dass er eine Brut versorgt. In der Ornithologie (Vogelkunde) spricht man dann von einem indirekten Brutnachweis.

Wasseramsel (Foto: Reiner Jacobs)

Wasseramsel (Cinclus cinclus):

Die Art ist eng an schnell fließende, klare und sauerstoffreiche Gewässer gebunden. Die Gewässer müssen einen steinigen Untergrund aufweisen, so dass man die Wasseramsel insbesondere in den Mittelgebirgen antrifft. Gewässerabschnitte in dichten Wäldern werden dabei nicht besiedelt. Als einziger Singvogel kann die Wasseramsel tauchen und mit Hilfe der Flügel schwimmen und sogar auf dem Gewässerboden laufen. Dort sucht sie ihre Nahrung, die aus Insektenlarven und anderen Wassertieren besteht. Dieser knapp 20 cm große Vogel brütet in einem überdachten Nest, in der Uferböschung, in Mauern oder unter Brücken. Oft sieht man sie schnell und schwirrend entlang dem Lauf von Fließgewässern fliegen oder auf Steinen im Bach sitzen.

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