Insekten

Libellen

Blauflügel-Prachtlibelle

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo):

Im kalten, nährstoffarmen und schnellfließenden Oberlauf der Wupper kommt diese Libellenart vor. Die Larven leben unter Wasser und ernähren sich räuberisch von Insektenlarven. Die Art, die hohe Ansprüche an die Wasserqualität stellt, ist an der Wupper an vielen Stellen vertreten. Da die Larven schlecht Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können, also empfindlich auf die Qualität des Wassers reagieren, und der Sauerstoffgehalt im Wasser mit zunehmender Temperatur, zunehmendem Nährstoffgehalt und abnehmender Fließgeschwindigkeit abnimmt, ist ihr Vorkommen ein guter Indikator für die Wasserqualität. Die Art wird wegen ihren glitzernden Flügel oft auch als „Juwelenschwingen“ bezeichnet.
Die Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle umgarnen bei der Balz die Weibchen mit einem auffälligen Schwirrflug, außerdem verteidigen sie ihr Revier gegen andere Männchen mit Drohflügen. Übrigens können Libellen ganz allgemein nicht stechen! Ihre Hinterleibs-Anhänge dienen lediglich der Paarung, bei der das Männchen das Weibchen mit einer Art Zange hinter dem Kopf umklammert.

 

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens):

Gebänderte Prachtlibellen besiedeln die eher träge fließenden Mittel- und Unterläufe von Fließgewässern, ersatzweise auch ähnlich strukturierte Gräben. Ein relativ hoher Besonnungsgrad der Gewässer und eine ausreichende Verkrautung mit Wasser- und Uferpflanzen sind dabei wichtig. Aufgrund dessen kommt die Art eher im Unterlauf der Wupper vor und nur an wenigen Stellen im Oberlauf. Auch bei der Gebänderten Prachtlibelle zeigt das Männchen ein ausgeprägtes Territorial- und Balzverhalten. Nach der Paarung schlüpfen etwa sechs bis neun Wochen nach der Eiablage Libellenlarven, die in der Unterwasservegetation auf Beute lauern. Nach der letzten Umwandlung, die an Land erfolgt, härten die fertig entwickelten Libellen noch etwas aus und schwärmen dann in die Umgebung aus, wo sie sich auf Wiesen und an Waldrändern aufhalten und nach kleinen Insekten jagen. Die Flugzeit dauert etwa von Mitte Mai bis Anfang September, mit einem Höhepunkt von Mitte Juni bis Anfang August. Am Fortpflanzungsgewässer sind sie nur bei Temperaturen von mindestens 16 °C aktiv.

Schmetterlinge

Grünwidderchen

Grünwidderchen (Adscita statices):

Im Gegensatz zu den meisten heimischen Widderchen, den schwarz-roten „Blutströpfchen“, sind Flügel, Körper, Beine und der Kopf des Grünwidderchens glänzend blau-grün. Manchmal schimmern die Flügel können auch einfach nur grünlich. Der Saum ist dunkel gefranst, die Flügelunterseite grau. Die Flügelspannbreite beträgt 20 bis 30 mm, wobei das Männchen größer ist und gekämmte Fühler hat. Am Rücken haben die weißgrünen Raupen eine gelbe oder rote Linie, an den Seiten verlaufen rötliche Linien. Wie die meisten Schmetterlinge ist auch das Grünwidderchen auf das Vorkommen spezieller Pflanzen angewiesen. So erfolgt die Eiablage in den Blütenständen u. a. von Mädesüß (Hyperlink). Die Raupen ernähren sich von Sauerampfer. Die Verpuppung erfolgt dann in einem gelblichen Gespinst. Ab Mitte Juni fliegen die fertig entwickelten Falter. Man sieht sie auf Glockenblume, Kuckucks-Lichtnelke, Margerite oder Schlangenknöterich. Es sind eifrige Blütenbesucher und sie saugen oft gesellig bevorzugt an violetten Blüten von Knautien, Flockenblumen, Disteln, Dost und ähnlichen Pflanzen, wo sie sich auch verpaaren und übernachten können.

Drei Mädesüß-Perlmutterfalter

Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino):

Dieser Schmetterling lebt vorwiegend auf Feuchtwiesen und an feuchten Waldrändern. Wie alle Perlmutt(er)falter ist die Grundfarbe orange mit einer schönen schwarzen Zeichnung. Die Flugzeit reicht von Juni bis August. Das Weibchen legt die Eier einzeln an die Blätter der Futterpflanze. Dabei setzt es sich auf die Blattoberseite, schiebt den Hinterleib durch ein Loch in der Blattfläche und klebt das Ei auf die Unterseite des Blattes. Die Raupen kommen von Ende April bis Mitte Juni vor. Die bevorzugte Raupenfraßpflanze ist das Echte Mädesüß (Hyperlink). Das Imago (der fertig entwickelte Falter) saugt mit seinem Rüssel, den es ein- und ausrollen kann, gerne an Distelblüten. 

Hauhechelbläuling in der Wiese

Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus):

Der Hauhechelbläuling ist der wohl am häufigsten anzutreffende Bläuling, wodurch er auch als Gemeiner Bläuling bezeichnet wird. Das Männchen ist strahlend blau, das Weibchen eher dunkelbraun mit orangen Flecken. Flugzeit herrscht von Mai bis in den Oktober. Als Futterpflanzen für die Raupen dienen ausschließlich Pflanzen aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Man findet ihn in offenem bis halbschattigem Gelände, etwa an Wald- und Wegrändern oder auf blütenreichen Wiesen. Im Unterschied zu den meisten anderen Bläulingen besitzt der Hauhechelbläuling Eigenschaften, die das Überleben auch bei stark veränderten Umweltbedingungen gewährleistet. Dazu zählt eine gewisse Ausbreitungsfreudigkeit, eine hohe Eierproduktion und die Fähigkeit, in verschiedenen Raupenstadien zu überwintern.

Heuschrecken

Sumpf-Grashüpfer

Sumpf-Grashüpfer (Chorthippus montanus):

Der Sumpf-Grashüpfer ähnelt so stark seinem weit verbreiteten Verwandten, dem Gemeinen Grashüpfer, dass er von Laien kaum zu unterscheiden ist. Der Sumpf-Grashüpfer ist aber deutlich seltener und lebt vorwiegend auf sumpfigen Wiesen. Gelegentlich findet man ihn aber auch an etwas trockeneren Stellen. Wie bei vielen Heuschrecken erzeugt das Männchen Laute, um das Weibchen anzulocken. Wer genau hinhört, kann den Sumpf-Grashüpfer an dem langsamen, weichen „schr-schr-schr“ erkennen, das er durch Reiben der Hinterbeine an den Adern der Vorderflügel erzeugt.

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