Fische und Neunaugen

Groppe am Boden

Groppe (Cottus gobio):

Bei der Groppe handelt es sich um einen kleinen Fisch mit höchstens 15 cm Länge. Die Groppe ist sehr gut getarnt und passt ihre Farbe perfekt dem Gewässergrund an. Sie hat hohe Ansprüche an die Wasserqualität und lebt in den klaren Oberläufen von Bächen und Flüssen. Hier ist sie oft der häufigste Fisch – wenn auch kaum zu entdecken. 
Da die Groppe keine Schwimmblase hat, kann sie nicht wie andere Fische frei im Wasser schweben, sondern „springt“, „huscht“ oder „hoppelt“ von Stein zu Stein. Damit werden schon kleine Querverbauungen, wie sie in vielen Fließgewässern noch vorkommen, zum unüberwindbaren Hindernis. Die Nahrung besteht aus Insektenlarven und Fischeiern, die in der Regel nachts erbeutet werden. Tagsüber ist sie unter Steinen verborgen. Das Weibchen laicht im Frühling unter Steinen an der Gewässersohle. Das Männchen bewacht dann das Nest, aus dem nach etwa 4-6 Wochen die Jungen schlüpfen.

 

Zwei Bachneunaugen

Bachneunauge (Lampetra planeri):

Neunaugen sind keine Fische. Es handelt sich um „lebende Fossilien“ aus der Klasse der Rundmäuler, einer Tiergruppe, die sich seit 500 Millionen Jahren kaum verändert hat. Fische, wie beispielsweise der Aal, sind evolutionsbiologisch daher näher mit dem Menschen als mit dem Bachneunauge verwandt. Neunaugen haben auch keine neun Augen. Die erwachsenen Bachneunaugen haben zwei Augen und an jeder Seite sieben Kiemenöffnungen. Die Larven, auch „Querder“ genannt, leben im Gewässergrund. Sie sind blind. Um sich zu ernähren, filtern sie Schwebstoffe aus dem Wasser. Nach drei Jahren bildet sich aus dem Querder ein erwachsenes Bachneunauge. Dieses Tier dient nur noch seiner Fortpflanzung, es nimmt keine Nahrung mehr auf, Darm und Verdauungsorgane sind zurückgebildet. Die Neunaugen paaren sich von Mai bis Juni über flachen Laichgruben, in die sie ihre Eier ablegen. Nach einigen Tagen schlüpfen die jungen Querder und graben sich wieder im schlammigen Gewässergrund ein.

Edelkrebs

Edelkrebs (Astacus astacus):

Der Edelkrebs, auch Europäischer Flusskrebs genannt, ist der größte unter den in Europa heimischen Krebsarten. Er kann bis zu 20 Jahre alt werden. Er bevorzugt sommerwarme, nährstoffreiche Gewässer der Niederung, ist aber auch in Fließgewässern höherer Lagen zu finden. Der Edelkrebs ist fast überall durch die Regulierung der Fließgewässer und die Gewässerverschmutzung erheblich beeinträchtigt. Die stärkste Bedrohung stellt jedoch die Krebspest, eine Pilzerkrankung, dar, die durch die Ansiedlung amerikanischer Flusskrebsarten eingeschleppt wurde. Da diese sogenannten Neozoen besser mit „ihrer“ Krankheit klarkommen und die gleiche ökologische Nische wie die Edelkrebse haben, ist der Edelkrebs in Mitteleuropa nur noch in wenigen isolierten Biotopen zu finden. An der Wupper verhindert ausgerechnet ein Wehr, das eigentlich zur Beeinträchtigung des Edelkrebses beiträgt, dass amerikanische Krebse die Edelkrebspopulation in der Brucher Talsperre gefährden können.

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