Daten und Fakten

FFH-Gebiet Wupper und Wipper bei Wipperfürth (DE-4810-301)

 

Auenpark in Hückeswagen (Foto: Volker Barthel)

Im 147 ha umfassenden FFH-Gebiet „Wupper und Wipper bei Wipperfürth“ bildet die Wupper (bzw. Wipper, wie sie im Oberlauf genannt wird) ein „naturnahes Fließgewässer mit strukturreicher, grünlandgeprägter Aue“. Der Oberlauf und die Quellbäche der Wupper östlich von Wipperfürth mit ihren Ufergehölzen und dem über weite Strecken naturnahen Gewässerverlauf zeigen das Bild einer typischen Auenlandschaft des Mittelgebirges. Im östlichen Teilabschnitt finden sich im Umfeld der Quellgewässer darüber hinaus Buchenwälder. Die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 ergibt sich aus diesem charakteristischen Ausschnitt einer typischen Auenlandschaft innerhalb des Naturraumes Bergische Hochflächen, wie er früher über weite Strecken landschaftsbestimmend war, heute aber durch die Erweiterung von Industrie- und Siedlungsflächen zunehmend seltener wird. 

 

Das Gewässer ist Lebensraum für die FFH–Arten Bachneunauge, Groppe und Eisvogel. Im Fließgewässer ist die Bachforelle zahlreich vertreten, die Wasseramsel brütet entlang des Flusslaufes. Der blühende Wasserhahnenfuß verändert im Sommer das Gesicht des Gewässers und sorgt für eine reiche Unterwasservegetation. Das Gebiet hat weiterhin Bedeutung für Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder als prioritärer Lebensraum.


Mehrere Teilflächen der FFH-Gebiete sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. 


Im NSG Eulenbecke – fließt die Wipper durch die unverbaute Aue mit naturnahen Erlensumpfwaldresten und brachgefallenen Sumpfwiesen. Die sumpfigen Erlenwälder mit vielstämmigen alten Bäumen enthalten ausgedehnte Torfmoos- und Quellsümpfe. Flutschwaden- und Rohrglanzgrasröhrichten begleitet die feuchten bis nassen Wiesen mit Mädesüß-, Waldsimsen- und Sumpfdotterblumenbeständen. 
NSG Gogarten stellt einen Komplex aus großflächigen Nass- und Feuchtwiesenbrachen, Grauweidengebüschen und Erlensumpfwald mit alten Schwarzerlen, Baumhöhlen und viel Totholz dar. 


Im NSG Wupper und Wipper bei Wipperfürth durchfließt die 3-8 m breite Wupper in weiten Bögen das Tal der Wupper. Zum größten Teil dominiert intensiv genutztes Grünland. Die Ufer werden von Ufergehölzen und Hochstauden gesäumt. Des Weiteren sind kleinflächig feuchte bis nasse Brachen, Röhrichte, Weidengebüsche und Auenwaldfragmente vorhanden. Einige Flächen werden im Rahmen des Oberbergischen Kulturlandschaftsprogramms bewirtschaftet.


Als Schutzmaßnahmen muss der Gesamtcharakter dieser markanten Wupperabschnitte unbedingt erhalten und durch die Förderung an die Lebensräume angepassten Bewirtschaftungsweisen in der Talaue abgesichert werden. Auch als Trittstein für den Biotopverbund innerhalb des Bergischen Landes kommt dem Gebiet erhebliche Bedeutung zu.

 

FFH-Gebiet Gebietsname Wupper östlich Wuppertal (DE-4709-301)

Radevormwald (Foto: Volker Barthel)

Das FFH–Gebiet „Wupper östlich Wuppertal“ hat eine Ausdehnung von insgesamt 125 ha. Es besteht aus mehreren Abschnitten der Wupper unterhalb der Wupper-Talsperre bis in die Höhe von Kemna (Wuppertal) und dem angrenzenden Marscheider Bachtal. Trotz benachbarter Industrie- und Siedlungsflächen sind die typischen Strukturen eines Mittelgebirgsflusses hier weitgehend erhalten geblieben. In zahlreichen Windungen verläuft die Wupper entlang der meist steilen Hänge mit ihren naturnahen Buchenwäldern. Durch die naturnahen Fließgewässerabschnitte mit ihren angrenzenden strukturreichen Hang- und Auenwäldern ist hier das charakteristische Mosaik einer naturnahen Auenlandschaft vorhanden, wie es früher in weiten Teilen des Naturraums Bergische Höhen vorhanden war. 


Mit seinem östlichen Ausläufer liegt das Gebiet im Oberbergischen Kreis. Hier ist das Gebiet durch das wertvolle Fließgewässer in weitgehend naturnaher Auenlandschaft mit Auenwäldern und angrenzenden naturraumtypischen Hangwäldern geprägt. Groppe und Bachneunauge kommen ebenfalls vor, in Stillgewässern und Altarmen findet sich vereinzelt der Kammmolch.


Die Erlen-Eschen- und Weichholzauen haben eine hohe Bedeutung im Netz Natura2000. Die Hangwälder weisen aufgrund ihrer schroffen Lage oft sehr naturnahe Strukturen auf. Die Wupper ist historisch geprägt von einer intensiven industriellen Nutzung mit Stauhaltungen und Wasserkraftanlagen, die häufig einen hohen kulturhistorischen Wert haben.


 Um das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen, sind Schutzmaßnahmen zu treffen. Vorrangiges Ziel ist der Erhalt des gegenwärtigen Zustandes dieser naturraumtypischen Auenlandschaft. Nicht nur Wupper sondern auch Marscheider Bach (Wuppertal)bieten Lebensraum und Wanderungsmöglichkeiten für zahlreiche Fischarten, so dass dem Gebiet schon allein in dieser Hinsicht eine enorme Bedeutung für den Biotopverbund innerhalb des Einzugsgebietes der Wupper bis hin zur Mündung in den Rhein zukommt. Vor allem für den Kammmolch ist die Sicherung und Pflege der Teiche im Marscheider Bachtal von zentraler Bedeutung.

 

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