Wald

Vor der Besiedlung durch den Menschen war das Bergische Land zu großen Teilen von Buchenwäldern bewachsen. Im Lauf der Jahrhunderte wurden diese ursprünglichen Wälder zur Gewinnung von Bau- und Energieholz, Siedlungsland sowie landwirtschaftlichen Nutzflächen immer mehr zurückgedrängt. Heute besteht der Wald etwa zur Hälfte aus Nadelholz (meist Fichte). Der andere Teil setzt sich aus unterschiedlichen Laubbaumarten zusammen, vor allem aus Buche und Eiche.

Nach starken Waldverwüstungen forstete man den kargen Boden im 19. Jahrhundert mit der schnell wachsenden Fichte auf, um den hohen Bedarf an Holz zu decken. Heute ist sie die wirtschaftlich wichtigste Baumart und findet vielfältige Verwendung. Die Fichte gehört aber nicht zu unseren heimischen Baumarten und ist für die Aue ungeeignet. Sie verträgt keine Bodennässe und beeinträchtigt auch die natürliche Auenvegetation

Einblick in einen Wald

Es gibt heute nur noch wenige alte Laubwälder in der Region. Entstanden sind sie meist aus ehemaligen Niederwäldern. Bei dieser Bewirtschaftungsform wurden vor allem Eichen und Hainbuchen alle 15-30 Jahre „geerntet“. Die Wurzelstöcke schlagen wieder aus und wachsen zu neuen Bäumen heran. Die Niederwälder dienten zur Energiegewinnung. Das Holz wurde als Brennholz genutzt oder zu Holzkohle verarbeitet. Vor dem Hintergrund der knapper werdenden fossilen Brennstoffe boomt die Brennholzernte gegenwärtig wieder. Das Stammholz der Laubbäume wird aber auch für andere Zwecke wie der Papierherstellung, als Möbel- oder Bauholz verwendet.

 

Eine besondere Form des Laubwaldes, die entlang der Flüsse vorkommt, ist der Auwald. Auwälder werden im Uferbereich von Gewässern mehrfach im Jahr überflutet. Nur wenige Baumarten sind an die wechselnden Bedingungen von Überschwemmung und Trockenfallen angepasst. Der tiefe und direkt am Gewässer liegende Bereich des Auwaldes ist häufiger und länger von Überschwemmung betroffen. Hier wachsen vor allem die Weichhölzer Weide und Schwarz-Erle, deshalb heißt der Bereich „Weichholzaue“. Der höher gelegene Teil der Aue, der seltener und kürzer vom Wasser getroffen wird, ist die Hartholzaue. Mit den Überschwemmungen wird nährstoffreicher Schlamm in die Auen transportiert, der die Böden besonders fruchtbar macht. Im Frühjahr blühen hier Buschwindröschen und Schlüsselblumen. Die Bäume sind für das „Ökosystem Aue“ von besonderer Bedeutung: Mit ihren Wurzeln stabilisieren sie die Ufer des Gewässers und verhindern das Ausspülen oder Absacken dieser Bereiche. Außerdem bieten sie Lebensraum für viele Tierarten, die vom Gewässer als Nahrungsquelle abhängig sind. Zu ihnen gehört auch die Wasserfledermaus, die in Baumhöhlen lebt und sich von Insekten ernährt, die sie über dem Gewässer jagt.

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