Mühlen

Der Wasserreichtum der Region und die damit ganzjährig vorhandene Fließkraft der Gewässer führte seit dem Mittelalter zum Bau zahlreicher Wassermühlen in den Tälern entlang der Flüsse und Bäche. Anfangs dienten die Hämmer und Mühlen eher der täglichen Versorgung mit Mehl und Öl. Zunehmend entwickelten sie sich aber zu einer Erleichterung verschiedenster gewerblicher Arbeiten. Stetig kam es zu technischen Verbesserungen, um die Energieausbeute weiter zu erhöhen, bis die Mühlen im 20. Jahrhundert von Elektromotoren abgelöst wurden. Auf dem Stadtgebiet von Wipperfürth gab es zahlreiche Hammerwerke, Getreide-, Walk-, Knochen- und Pulvermühlen. Heute sind nur noch wenige wasserbauliche Anlagen zu finden. Beispiele sind der Obergraben, der nach Egerpohl führt oder der Stauweiher bei Leiersmühle, wo sich heute noch ein Fabrikensemble befindet. Typisch für die Textilstadt Hückeswagen waren die Walkmühlen, in denen gewebte Stoffe nachbearbeitet wurden. Eine Besonderheit im Tal der Wupper sind die weniger bekannten Pulvermühlen. Dort stellte man seit dem Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Schwarzpulver her: zunächst für Bergwerke und Steinbrüche, später auch für das Militär. Die Herstellung des Schwarzpulvers war eine „hochexplosive“ Angelegenheit. Aus Angst vor Explosionen wurden die Mühlen daher in abgelegenen und kaum erschlossenen Gebieten angesiedelt.

Überreste der Pulvermühle Ohe

Um Schwankungen bei der Wasserführung auszugleichen und die Wasserkraft effizient nutzen zu können, gab es an fast jeder Mühle aufwändige wassertechnische Anlagen mit Mühlengraben und Mühlenteich.


Der Bau und Betrieb von Mühlen bedeutete immer einen erheblichen Eingriff in das Ökosystem. Wehre, Schütze, Stauteiche und Gräben wurden gebaut, damit die Wasserräder effizient arbeiten konnten. Für Fische und andere Wasserbewohner bedeuten sie aber Sperren auf ihren Wanderungen zu den Laichgründen. Man hat sich daher zum Ziel gesetzt, in den Bächen die Durchgängigkeit der Sohle für alle Wasserlebewesen wieder herzustellen. Diesem Ansinnen stehen häufig die Interessen von  Denkmalschutz und Energiewirtschaft (z. B. an der Agger) entgegen. Ist ein Rückbau der Sperren nicht möglich, werden Kompromisse gesucht. Mittels Fischtreppen oder Umgehungsrinnen sollen die Hindernisse überwunden werden. Da durch den Anstau des Baches vor den Wehren teichähnliche Verhältnisse entstehen, in denen sich die Bachbewohner nicht wohl fühlen, sollen diese Rückstauflächen verringert werden.

 

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